Mainzer Sportmediziner: Kontaktverbot hat Folgen für Kinder

Corona-Stillstand im Sport. „Wer denkt an die Kollateralschäden des Lockdowns?“, fragt Perikles Simon, Chef der Sportmedizin an der Uni Mainz. Der Professor kritisiert und regt an.

MAINZ – Die Nervosität in Sportvereinen und Sportverbänden angesichts der Corona-Pandemie nimmt zu. Nicht nur, dass der Mitgliederverlust mittlerweile deutschlandweit die 1-Million-Grenze überschritten haben soll – Sorge und Ärger bereitet, dass Bewegung weiterhin stark eingeschränkt ist. Das in Berlin geplante Infektionsschutzgesetz sieht ab einer Inzidenz von 100 nur noch kontaktlosen Individualsport allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands vor. Vereine sind also weiter zur Tatenlosigkeit verurteilt. „Aus Sicht der Gesundheit ist das katastrophal“, sagt Professor Dr. Dr. Perikles Simon, Leiter der Abteilung Sportmedizin am Institut für Sportwissenschaft der Universität Mainz.

Der 48-Jährige ist frustriert. „80.000 Menschen sterben pro Jahr an Bewegungsarmut in Deutschland“, nennt er die erschreckende Zahl, die bereits in Vor-Pandemie-Zeiten galt. Das würde nun sogar noch gefördert. „Wir stehen betreffend Volksgesundheit weltweit sehr schlecht da. Und machen es jetzt noch schlechter.“ Man müsse sich vor Augen führen, so der Professor, was es für ein Kind im Alter von zwei bis acht Jahren bedeute, wenn es ein Jahr lang in Bildung und Sport eingeschränkt würde – im Verhältnis eine sehr lange Zeit. „Bewegung ist lebensnotwendig, Bewegungsarmut fördert Krebs- und Herzkreislauferkrankungen“, stützt Simon die Appelle des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Landessportbünde. „Die Politik in der Pandemie ist aber darauf ausgerichtet, dass Bewegung eigentlich egal ist.“

Simon kritisiert nicht nur, er fordert auch: …

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Quelle: Bürstädter Zeitung, Donnerstag, 15.04.2021


Mainzer Sportmediziner: Kontaktverbot hat Folgen für Kinder
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