Viel Licht und ein Libero

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JFV Mainova AG und Manfred Binz spenden Trikots für Bürstadts Nachwuchskicker

BÜRSTADT – Bürstadt. Abwehrchef, Ausputzer, letzter Mann mit Spielmacherqualitäten: Die Position, die er damals auf dem Rasen verkörperte, klingt für die Fußballfans von heute fast schon nostalgisch. Von 1988 bis 1996 war er die Nummer 5 der Frankfurter Eintracht, war er Manni der Libero. 20 Jahre später steht Manfred Binz das Eintracht-Logo auf der Trainingsjacke immer noch wie angegossen. Nur die Position hat sich geändert. Seit einem Jahr ist der ehemalige Nationalspieler nämlich Trainer bei der Fußballschule von Eintracht Frankfurt. Am Donnerstagabend stattete der 50-Jährige gemeinsam mit Sven Birgmeier, dem Pressesprecher der Mainova AG, dem Jugendförderverein (JFV) Bürstadt auf dem Trainingsplatz einen Besuch ab. Im Gepäck hatten sie einen Satz Trikots, bestehend aus 14 weißen Nylonshirts, Hosen, Stutzen und einem Torwarttrikot. Und auch ein paar Bälle durften nicht fehlen.

Der Hintergrund ist folgender: Die in Bürstadt aktive Firma Straßenbeleuchtung Rhein-main (SRM) ist ein Tochterunternehmen der Mainova AG. Und diese will mehr, als nur ein zuverlässiger Energiedienstleister sein, wie Birgmeier betont: „Den Breitensport finanziell zu unterstützen ist ein wichtiges Mittel, um Bewegung erkennbar zu machen. Dabei liegt uns der Nachwuchs besonders am Herzen. Der Jugendförderverein Bürstadt leistet mit seiner Arbeit eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Denn Mannschaftssport ist charakterbildend und fördert die Integration.“

Diese Worte sind natürlich Balsam für die Seele um Jugendleiter Rainer Uhrig, von der A-Jugend bis zu einer Krabbelgruppe zählt der JFV mittlerweile rund 200 aktive Jugendspieler. Und auch Bürgermeisterin Bärbel Schader freut sich: „Diese Partnerschaft besteht aus mehr, als nur aus gutem Licht. Es ist ein schönes Zeichen, dass die Jugendlichen in den neuen Trikots spielen dürfen.“ Bei der Begrüßung von Manfred Binz benötigt das Stadtoberhaupt nicht lange, um eine Verbindung zum ehemaligen Bundesligakicker herzustellen. „Der Steppi war schon zweimal bei uns“, sagt Schader und meinte damit Eintracht-Trainerlegende Dragoslav Stepanovic. „Das war mein Trainer“, freut sich Binz. Uwe Bein, Jay Okocha, Andi Möller, Tony Yeboah – viele Spielerkollegen aus der damaligen Zeit treffe er hin und wieder immer noch. Und natürlich erinnert man sich dann an alte Zeiten. „1988 wurden wir in Berlin Pokalsieger. 25 000 Eintracht-Fans waren mitgereist, das war Wahnsinn“, sagt Binz.

Aber auch ein anderer Moment ist noch in bildhafter Erinnerung. In der Saison 1991/92 nämlich stand Frankfurt nach 34 Spieltagen auf Platz eins. Einziger Haken: In dieser Spielzeit mussten die Bundesligamannschaften aufgrund der Einbindung der Teams aus der ehemaligen DDR 38 Spiele absolvieren. Am letzten Spieltag fuhr die Eintracht als Spitzenreiter zu Hansa Rostock, unterlag aber 1:2, so dass quasi in letzter Sekunde der VfB Stuttgart um Kapitän Guido Buchwald die Meisterschale hochhievte. „Schlimm finde ich diese Erinnerung heute nicht mehr. Nur bin ich deshalb leider nur in meiner Jugend Deutscher Meister geworden“, so Binz. Libero spielte er als Jugendlicher übrigens nicht. „Nein, da war ich noch Stürmer und dann Spielmacher. Wer hinten steht, wird dick, hieß es damals noch. Aber das stimmte bei mir natürlich nicht“, erklärt der ehemalige Libero, der nicht daran glaubt, dass seine Position als „Spielmacher von hinten“ noch einmal den Weg in den modernen Fußball findet.

Quelle: Bürstädter Zeitung, Rhein Main Presse, 29.01.2016

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